08.06.2015:

Coursing EM in Helsinki

Team Chasing Kisses am Flughafen Frankfurt

Lotte (blau) beim Start ihres ersten Laufes

Lotte fliegt durch den Parcours

Geordy (blau) wartet auf den Start des ersten Durchgangs

Unser kleiner Unglücksrabe wartet auf seinen zweiten Einsatz

Die Siegerehrung ... noch ist es hell und wir haben noch lange zu warten

Lotte auf dem Siegerpodest: der 4. Platz geht an Deutschland!!!

Nachdem wir nun fast ein Jahr auf dieses Event hingearbeitet hatten, war das Wochenende der großen Reise endlich gekommen.
Wir hatten viele Coursings besucht, um die Nominierungen unserer Windspiele zu gewährleisten und ich hatte fast ein halbes Jahr versucht, den perfekten Plan für unsere Reise zu erstellen. Aus der ursprünglichen Idee mit allen Hunden und Wohnwagen zu reisen - und noch Urlaub in Finnland zu machen - wurde nichts, da ich das folgende Wochenende mit Lotte und Happy in Mailand zur World Dog Show gehen wollte. Dementsprechend kam für uns also nur das Flugzeug in Frage und wir mussten uns entscheiden, wen wir mitnehmen wollten.
Geordy war auf jeden Fall gesetzt, so mussten wir uns nur zwischen Lotte und Happy entscheiden. Da die Windspiele in Finnland mit Maulkorb antreten mussten, nahm uns das Maulkorbtraining die Entscheidungsfindung ab: während Lotte sich nur anfangs dagegen sträubte und sich daran zu gewöhnen schien, rannte Happy immer schreiend vorm Hasen davon. Somit stand unser Team: Geordy und Lotte sollten mit uns nach Helsinki fliegen.
Zwischenzeitlich hatten wir auch noch ein ganz anderes Problem zu lösen: unser Hundesitter für die 4 Tage, die wir mit den beiden in Finnland waren, musste aus gesundheitlichen Gründen absagen. Was also tun? Zum Glück sprangen meine Schwiegereltern ein und Sabine übernahm Sunny. Vielen Dank an euch dafür!
So ging es Freitagmorgen los Richtung Frankfurt und wir und beide Hunde (wobei Lotte ja schon ein wahrer Flugprofi ist) überstanden die 2,5 Stunden Flug gen Nordosten sehr gut. Da wir spät dran waren, fand die Eröffnungsfeier ohne uns statt und wir gönnten den Hunden und uns etwas Ruhe im Hotel.
Am Samstag begutachteten wir dann die beiden Parcoure und hatten eine nette Zeit im Deutschen Lager. Ich konnte der Lieblingsbeschäftigung einer Hundebesitzerin nachgehen: Shopping für den Hund! Erstaunlicherweise passten alle neuen Erungenschaften tatsächlich in den Koffer. Zum Glück ist DogGear nicht so häufig auf Veranstaltungen anzutreffen.
Die Siegerehrung fand dann ohne uns statt, denn nachdem der 2. Durchgang erst um 16.30 Uhr begann (es gab heiße Diskussionen bezüglich der Unparteilichkeit einiger Richter - vorsichtshalber kauften wir dann aber auch ein blaues Leibchen für unsere Windspielchen), entschieden wir uns, unserem Duo die nötige Ruhe vor der morgigen Anstrengung zu sichern.
Dann war er also da: der große Tag der Coursing EM.
Wir wussten, dass vor uns ca 40 Whippetläufe gezogen wurden und so konnten wir ausschlafen und ganz gemütlich auf den Platz fahren.
Mittlerweile waren dann auch die Laufzusammenstellungen bekannt:
Geordy durfte mit einem schwedischen Rüden laufen und Lotte mit einer schwedischen Hündin.
Lotte und ich waren als erstes dran. Wir waren uns immer noch nicht sicher, ob sie überhaupt laufen würde, da sie ja den blöden Maulkorb auf hatte.
Ziemlich nervös ging ich mit ihr an den Start ... ändern konnte ich ja eh nichts.
Lotte rannte los wie von der Tarantel gestochen, ihre Mitläuferin blieb nach 5 Metern stehen und kam zurück. Nach kurzer Schrecksekunde, ob Lotte denn nun auch aufhören würde, konnte ich einen wunderbaren Sololauf von meinem kleinen Teufelchen mitansehen. Der Maulkorb störte sie kein bisschen und sie lief ihr Tempo die ganze lange Strecke super durch.
Andere Teilnehmer lobten Lotte gleich für ihren tollen Lauf, sagten mir dann aber auch, dass am Tag zuvor die Sololäufe immer schlechter bepunktet worden waren. Naja, kann man nix machen... wenigstens hatte sie einen schönen Lauf und ist durch.
Dann kam Geordy an die Reihe. Vom Start weg hatte er Probleme in den Lauf zu kommen. Die Überlegenheit, die er bei seinen letzten Coursings gezeigt hatte, war weg. Tapfer kämpfte er sich durch den Parcours, aber er blieb weit hinter seinen Möglichkeiten. Etwas traurig und enttäuscht gingen wir in die Mittagspause, denn in diesem hochrangigen Feld toller Courser hatte er seine Chance auf eine gute Platzierung verspielt.
Wir verbrachten die Pause in angenehmner Gesellschaft und das übliche "Nichterwartenkönnen auf die Punkte" gab es nicht ... warum auch.
Ich war gerade auf dem Weg zum finalen Shopping, als mich Fritz, ein österreichischer Leidensgenosse, anhielt und mir gratulierte. Ich verstand erst gar nicht, was er meinte und dann zeigte er mir die Punkte der Hündinnen. Ich wurde ganz blass: Lotte war punktgleich mit zwei anderen Hündinnen auf dem 2. Platz!! Jetzt nur nicht die Nerven verlieren, war mein zweiter Gedanke - das kann noch nicht sein, war der erste gewesen.
Geordy lag abgeschlagen jenseits des 10. Platzes. Wir waren uns einig: wir wünschten uns für unseren alten Mann einen schönen zweiten Lauf und für Lotte, dass sie ohne Zwischenfall ihren Lauf beenden würde. Eine Platzierung unter den ersten 10 war unser Ziel, um zufrieden wieder nach Hause fliegen zu können.
Die Laufzusammenstellungen bei den Hündinnen brachte dann unsere Wunschverpaarung hervor: Lotte rannte mit Dalia - mit ihr war sie ja auch erst kürzlich in Warschau gelaufen und hatte eine sehr gute Figur gegen die schnelle Tschechin gemacht.
Ich versuchte ruhig zu bleiben und meine Nervosität nicht auf meinen kleinen roten Teufel zu übertragen. Lotte war das alles aber völlig egal... Hauptsache "Hasi" fangen!!!
Lotte erwischte dann auch einen tollen Start und dominierte trotz ihrer körperlichen Unterlegenheit die andere Hündin durch ihre Wendigkeit und ihren Ehrgeiz. Einmal verspekulierte sich Lotte, kämpfte sich dann aber wieder an die schnellere und größere Hündin heran und war dann letztendlich sogar als erstes am Hasen. Es war ein toller Lauf von zwei sehr ambitionierten Hündinnen gewesen. Es folgten noch einige sehr gute Läufe und es blieb sehr spannend.
Dann kam unser Geordy an die Reihe. Einmal mehr durfte er mit Falco Noir aus Russland ins Gelände. Unser Kleiner erwischte - ganz im Gegensatz zum ersten Durchgang - einen tollen Start und ließ den schwarzen Rüden erst mal stehen. Geordy lag weit vorne, bis der andere geschickt abkürzte und der Hasenzieher sich gezwungen sah, den Hasen so weit fort zu ziehen, dass Geordy keine Chance mehr hatte, diesen oder seinen Mitläufer im hohen Gras zu sehen. Er suchte dann noch eine Weile verzweifelt nach dem Hasen, blieb dann aber stehen und versuchte erst einmal, den Maulkorb los zu werden.
Armer, kleiner Geordy!!! Irgendwie hat er bei solchen großen Events immer Pech. Es tat uns so leid für ihn, da er ja auch von unseren Hunden mit Abstand der zuverlässigste und beste Courser ist.
Nach den Läufen ging dann das lange Warten auf die Siegerehrung los. Und kalt war es inzwischen geworden. Wenn ich mich richtig erinnere, ging es gegen 21 Uhr dann endlich los. Es dauerte dann auch wie gewohnt fast bis zum Ende, bis dann die Windspiele endlich dran waren. Nachdem die Plätze 6 und 5 aufgerufen worden waren, hatte ich mich schon von dem Gedanken verabschiedet, dass Lotte auf dem Podest sein könnte (einer der 3 Richter vom letzten Durchgang hatte schon bei den anderen Rassen deutlich gezeigt, dass er immer andere "Rennen" gesehen hatte).
So konnte ich es gar nicht glauben, als Lotte dann für den 4. Platz aufgerufen wurde. Was für ein Gefühl: mein kleiner Teufel (und sie war wirklich die kleinste auf den Podest) hatte sich den 4. Platz erkämpft. Unsere Freude war unbeschreiblich.
Die lange und anstrengende Reise hat sich für uns wirklich gelohnt und wir kamen erschöpft und glücklich in Frankfurt wieder an.

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