13.03.2018:

CRUFTS 2018

Unsere Ausbeute der CRUFTS 2018

Am Strand von Calais

Schön wars an der Nordsee

Luke auf dem Tisch

Herrchen und Luke ganz stolz: sie sind platziert!

Claire und ich bei der Päsentation der Gewinner

Vor den Richtertisch beim Diktat ... Platz 1-3 bekommen eine Bewertung

Mit Prinzessin Leia im Ring

Die Meldeunterlagen inkl. Austrittskarten

Nachdem die CRUFTS vor 3 Jahren so ein tolles Erlebnis für uns war und wir unser komplettes Showteam für die prestigeträchtigste Ausstellung Europas qualifizieren konnten, war die Idee geboren, wieder einmal einen Trip ins Königreich zu wagen.
Obwohl es im Vorfeld mehrere Hürden zu überwinden galt und ich noch am Donnerstagmorgen nicht sicher war, ob ich mitfahren würde, starteten wir am Nachmittag in Richtung Calais.
Geordy sollte seinen letzten Auftritt auf dem grünen Teppich bekommen und das junge Gemüse sollte unsere kleine Zuchtstätte würdig vertreten. Erwartungen hatten wir keine, außer wieder ein unvergessliches Wochenende erleben zu dürfen. Die Atmosphäre in Birmingham ist einfach unvergleichlich und man hat die Möglichkeit Windspielleute zu treffen, die man sonst nur aus dem Netz kennt.
Donnerstagnachmittag ging es also los, zunächst bis Calais. Und wie sollte es anders sein, wir waren noch nicht weit gekommen, bis wir in den ersten großen Stau gerieten. Die fast 600km bis zur französischen Hafenstadt gestalteten sich dann auch in diesem Stil weiter, sodass wir fast 1,5 Stunden später als geplant in unserem Hotel ankamen. Damit waren dann auch die großen Pläne, die Hunde noch zu duschen bis auf weiteres verschoben.
Am nächsten Morgen trafen wir uns dann mit unserem Mitfahrer Sebastian und hatten noch einen schönen Ausflug an den Strand. Hier konnten sich die Hunde nochmal so richtig verausgaben, bevor es auf die Fähre nach England ging. Clairechen machte dann auch noch ihren Freischwimmer, da sie die Tiefe eines Prils unterschätzt hatte. Aber sie kann schwimmen!
Die Überfahrt war dann ruhig und problemlos und Dover empfing uns mit typischem, trüben Wetter.
Aber auch hier war uns dann der Verkehr nicht hold: aus den geplanten 3 Stunden Fahrt wurden fast 5 Stunden, da der Wochenendverkehr rund um London einfach unbeschreiblich ist.
Im Dunkeln und bei Regen brachte uns Thorsten dann am Abend sicher in unser Hotel. Wir waren alle müde und erschöpft von den Strapazen der Fahrt aber zumindest Claire musste noch in den Genuss eines Bades kommen, denn sie stank ganz fürchterlich.
Nachdem dann die Hunde versorgt waren, gingen wir endlich ins Bett, um halbwegs ausgeruht den großen Tag im NEC verbringen zu können.
Die Nacht war dann viel zu schnell vorbei, aber das Adrenalin sorgte dafür, dass alle Müdigkeit verflog und pünktlich verließen wir unser Hotel. Die 30 Minuten Fahrt zum Ausstellungsgelände waren im Nu vergangen und wir reihten uns in der langen Schlange der Pakplatzsuchenden ein.
Als wir uns dann mit Sack und Pack auf den Fußmarsch zu den Hallen machten, war unsere Truppe ein begehrtes Motiv der unzähligen Fotografen, denn wir hatten unseren Hunden die DG Rennmäntel in dezentem Neongrün gegen den Regen angezogen. Sowas hatte man wohl noch nicht gesehen!
In der Halle angekommen, suchten wir unsere Benches und richteten uns ein. Ganz ohne Hektik und überraschend gelassen verbrachten wir die Stunde, bis es endlich los ging. Es kam uns wirklich zu Gute, dass wir das alles schon einmal erlebt hatten und auch genau den gleichen Ring wie vor 3 Jahren hatten.
Dann ging es endlich los: als erstes musste Geordy in der Veteranenklasse, in der 6 Hunde gemeldet waren, in den Ring. Ich hatte ihm einmal mehr eine große Portion Käse versprochen, wenn er seine Sache ordentlich machen würde und der kleine Kerl war so gut wie selten im Ring. Allerdings beeindruckte das den Richter wenig und der Schorsch musste sich mit dem 5. Platz (auf der CRUFTS wird bis zu Platz 5 platziert!) und dem VHC zufrieden geben. Blaue Windspiele waren, wie erwartet, nicht so das Ding des Richters!
Als nächstes war dann Luke in der "Post Graduate" Klasse an der Reihe. Unser kleiner Jedi machte mit Thorsten eine sehr gute Figur im Ring und das, obwohl er im Dezember das letzte Mal eine Showleine um den Hals hatte. Honoriert wurde das mit einem 5ten Platz (von 16!). Damit war unsere vage Hoffnung auf eine Platzierung erfüllt. Die Reise hatte sich also schon gelohnt!
Nun war es für mich endlich soweit: ich durfte mit meiner Claire in den Ring. Es waren 11 Hündinnen in der Jugendklasse und ich war so gespannt, ob mein Mosterchen heute denn mal still stehen würde. Es kam dann aber alles anders als gedacht: schon beim Laufen in der Gruppe wollte unsere Jüngste nicht ordentlich traben. Vielmehr hatte sie die ganze Zeit die Nase auf dem Boden auf der Suche nach Krümeln. Sowas kannte ich von ihr nicht, denn bis Dato war sie immer sehr schön gelaufen hatte aber nie Lust still zu stehen.
Als wir an der Reihe waren, stand sie super auf dem Tisch und lies sich ohne Probleme vom Richter, der übrigens sehr liebevoll mit den Windspielen umging, anfassen. Allerdings war dann auch bei unserer Solovorstellung die Nase nur auf dem Boden und ich konnte sie nicht dazu bewegen, so schön wie sonst zu laufen. OK, verkackt!!! Aber was solls, das ganze noch ordentlich hinter uns bringen -  Luke hatte ja schon eine Platzierung für uns errungen. Ich nutzte die Gelegenheit und übte noch ein bisschen Stillstehen mit ihr und das abschließende gemeinsame Rundengehen funktionierte dann auch schon wieder viel besser. Allerdings fiel ich aus allen Wolken, als der Richter mich für die Endrunde auswählte. Auch diesmal lief Claire besser und so konnten wir uns am Ende tatsächlich den 3ten Platz ergattern. Wie sehr ich mich darüber freute (auch wenn Claire nicht ganz so gut wie ihre Mutter Lotte war) sieht man an den Fotos (Danke Kerstin dafür!).
In der Post Graduate Klasse (16) startete dann Thorsten nochmal mit Claire und Leia musste mit mir in den Ring. Claire lief mit Thorsten viel besser, wollte aber nicht stehen und Leia machte ihre Sache wieder sehr schön. Aber wir wurden nach dem Einzelrichten aus dem Ring geschickt.
Als letztes war Thorsten mit Luzie in der Limit Klasse (14) an der Reihe. Sie gefiel dem Richter sehr gut, hatte halt nur die falsche Farbe. Sie lief einfach fantastisch und stand wie in Stein gemeißelt auf dem Richtertisch. Zur Belohnung gab es dann einmal mehr einen 5ten Platz.
Unglaublich: 4 unserer 5 Hunde konnten sich auf der CRUFTS platzieren - ein riesiger Erfolg für unsere kleine Zuchtstätte.
Insgesamt war diese CRUFTS wieder eine sehr lehrreiche Erfahrung: blaue Windspiele sind bei englischen Richtern nicht sehr beliebt (das wurde mir aber auch schon vor 3 Jahren von partizipierenden Briten berichtet), die Windspiele in England sind oft gewichtiger als unsere. Da merkt man, dass sie beim KC zur Toygruppe gehören und nicht zur Houndgroup, die unserer Windhundgruppe entspräche.
Nach dem Richten schaute Sebastian dankenswerterweise nach unseren Hunden und so konnten Thorsten und ich weg zum "Shopping". Wir kämpften uns durch die völlig überfüllten Hallen und fanden das ein oder andere für unser so erfolgreiches Showteam. Ich war allerdings sehr froh, als wir endlich wieder an unserem Platz waren. Diese Menschenmassen kann ich einfach nicht ertragen.
Um 16 Uhr (vorher darf man die Hallen nicht verlassen) verabschiedeten wir uns und passierten mit den entsprechenden "Austrittskarten" (jeder Hund bekommt eine Exitcard, ohne die er das Gelände nicht verlassen darf) die Kontrollen.
Zurück im Hotel durften die Hunde dann erst mal ausgiebig Gassi gehen (das Hotel bot ein fantastisches Gelände dafür) und bekamen danach eine extra große Portion Futter - und Geordy natürlich seinen Käse!
Wir hatten dann noch einen gemütlichen Abend im hoteleigenen Restaurant und schauten die Gruppenentscheidungen im dortigen TV. In England dreht sich an diesem Wochenende alles um die CRUFTS - sogar im Fernsehn.
Am nächsten Morgen um 8:30 Uhr traten wir dann unsere Rückreise an. Diese verlief zum Glück ohne größere Verzögerungen und dauerte trotzdem fast 14 Stunden. Wir brachten Sebastian noch an den Bahnhof in Lille und kamen nach 22 Uhr endlich zu Hause an. Müde, erschöpft aber zufrieden und glücklich über unseren "Erfolg" auf dieser so besonderen Show.
Wer weiß, vielleicht wagen wir ja in ein paar Jahren wieder das Abenteuer CRUFTS?



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